Co

Roman

Rina Schmeller Penguin

Eine Begegnung auf einer Brücke. Ein Erkennen, eine Liebe. Die Entscheidung für ein gemeinsames Leben – ungeachtet der Droge, die ihn begleitet und somit nun auch ihren Alltag bestimmt. Sie verstrickt sich in seine Abhängigkeit, beginnt, um ihn zu kreisen wie er um die Droge: stilles Zentrum, dritte Instanz. Sie flieht immer wieder vor der Gewalt, doch kehrt stets nach Hause zurück – bis sie es eines Tages nicht mehr tut.

»Co« erzählt von Mitgefühl und von schleichender Selbstsabotage. Von der Dynamik der Sucht, einer Krankheit, vor der niemand sicher ist. Davon, was es heißt, co-abhängig zu leben. Und von Selbstermächtigung. Inbegriff einer Befreiung, erzählt »Co« vom Weg einer Frau, die die Kraft aufbringt, sich nach Jahren als Co zu lösen: ihre Chance zu überleben. Wie sie mit Mühe, aber entschieden nach einem eigenen Leben zu suchen beginnt – und mit jeder Phase unabhängiger wird.

Über die Autorin:

Rina Schmeller, 1986 geboren, hat in Leipzig Literarisches Schreiben und in Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. Sie hat Aufenthaltsstipendien erhalten und war Teil der Autor*innenwerkstatt Prosa 2020 des Literarischen Colloquiums Berlin. Zu ihrer Arbeit an »Co« hat sie 2024 den Essay »Bedeutung erleben« veröffentlicht (Edit Nr. 91). Sie lebt in Lübeck.

Rina Schmeller über »Co«

»Die Erkrankung der Co-Abhängigkeit ist Teil unserer Gesellschaft. Man muss davon ausgehen, dass um die meisten abhängigen Menschen co-abhängige Menschen kreisen. Zu häufig wird deren Krankheit nicht ernst genommen (oder gar nicht erkannt), sondern als Folgeproblem, Nebeneffekt bagatellisiert. Man sieht lieber weg und schweigt angesichts dieser Dimension. Ein Tabu, das Betroffenen Tag für Tag schadet. Angehörige bleiben unter dem Radar. Ich konnte das Tabu nur brechen, weil ich eine Sprache gefunden habe, um genau davon und von dem Ausstieg aus der Co-Abhängigkeit zu erzählen.«

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