Mirna Funk
Mirna Funk, geboren 1981 in Berlin, studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität.
Sie ist Autorin, Essayistin und Kommunikationsstrategin. Funk schreibt regelmäßig für führende deutschsprachige Medien und ist preisgekrönte Bestsellerautorin von drei Romanen, zwei Sachbüchern und einem Reiseführer über Tel Aviv. Aktuell arbeitet sie für Studio Babelsberg als Autorin für ein Serienprojekt.
Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Fragen von Resilienz, Wehrhaftigkeit und individueller Verantwortung in politischen und gesellschaftlichen Umbruchsituationen. Ihre Texte verbinden philosophische Reflexion mit konkreter Gegenwartsanalyse und bewegen sich an der Schnittstelle von Kultur, Politik und öffentlichem Diskurs.
Ausgehend von ihrer Erfahrung zwischen Europa und Israel entwickelt sie eine Perspektive, die nicht auf Identitätspolitik zielt, sondern auf die Bedingungen von Handlungsfähigkeit: Wie entstehen Stärke, Urteilskraft und Selbstverantwortung in einer Zeit, die von Unsicherheit, moralischer Überforderung und geopolitischen Konflikten geprägt ist.
Neben ihrer publizistischen Arbeit tritt sie regelmäßig als Speakerin, Moderatorin und Kuratorin auf und konzipiert Seminare und Formate, die intellektuelle Auseinandersetzung mit praktischer Lebensführung verbinden.
Ihr Debütroman „Winternähe“ erschien 2015 bei S. Fischer. Er wurde mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet, für den aspekte-Literaturpreis nominiert und ins Niederländische übersetzt. „Winternähe“ erzählt die Geschichte von Lola, einer in der DDR geborenen Jüdin, die sich inmitten zunehmenden Antisemitismus mit persönlichem und vererbtem Trauma auseinandersetzt. Ihr zweiter Roman, „Zwischen Du und Ich“, befasst sich mit den Themen Gewalt und der transgenerationalen Weitergabe von Trauma.
Ihr erstes Sachbuch, „Who Cares!“ (2022) wurde direkt zum Spiegel-Bestseller und ist ein feministisches Manifest über finanzielle und emotionale Unabhängigkeit, das Frauen dazu ermutigt, radikale Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Ihr zweites, „Von Juden lernen“ (2024), untersucht acht zentrale jüdische Konzepte – von Tikkun Olam bis Zedaka – und präsentiert sie als universelle Werkzeuge zur persönlichen und gesellschaftlichen Selbstermächtigung. Beide Bücher fanden in den Medien große Beachtung und werden häufig im Bildungs- und Aktivismusbereich herangezogen.
Funk schreibt derzeit für „Die Welt“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „NZZ“, „Die Zeit“ und die „Jüdische Allgemeine“. Im Jahr 2021 moderierte sie zudem einen Podcast über das jüdische Leben in Deutschland für den Verein „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Darüber hinaus verfasste sie 2021-2025 eine regelmäßige Sexkolumne für „Cosmopolitan“, in der sie sich mit intellektueller Klarheit und emotionaler Offenheit mit Intimität, Begierde und modernen Beziehungen auseinandersetzt.
Ihr dritter Roman „Balagan“ erschien im Januar 2026.
© Dafy Hagai
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