Frankfurt liest ein Buch 2025

Dirk Kurbjuweit Penguin

Nachbeben von Dirk Kurbjuweit (Penguin Verlag)

Das 16. Lesefestival vom 22. April bis 4. Mai 2025

Das Lesefestival 2025 bot zwei Wochen voller Veranstaltungen und Begegnungen rund um Dirk Kurbjuweits Roman Nachbeben. Das Buch, erstmals veröffentlicht nach der Euroeinführung und nun gut zwanzig Jahre später im Kontext von Frankfurt liest ein Buch in einer Neuausgabe im Penguin Verlag erschienen, greift in einer dramatischen Familiengeschichte über Ambitionen und Scheitern die Währungsreform und den Finanzplatz Frankfurt auf. Der Kleine Feldberg mit seiner Erdbebenwarte ist Dreh- und Angelpunkt der Handlung, aber auch Bahnhofs- und Bankenviertel sind etwa wichtige Romanschauplätze. Viele Veranstaltungen fanden daher im Vordertaunus statt, aber selbstverständlich wurde besonders Frankfurt zentral und dezentral bespielt. Seismologie, Prognosen, dysfunktionale Beziehungen, Währungsreform und Euroeinführung sind nur eine Auswahl der behandelten Schwerpunktthemen von Frankfurt liest ein Buch 2025.

Auch 2025 zeigte sich, dass durch die stets unterschiedlichen Themen und Schauplätze des jeweiligen Festivalbuchs jede Ausgabe von Frankfurt liest ein Buch einzigartig ist. Die Veranstalter:innen haben sich sehr kreativ und einfallsreich mit dem Festivalbuch Nachbeben auseinandergesetzt und verschiedenste Zugänge ermöglicht. Vom Albanien-Abend in der Romanfabrik oder den Vortrag über Business-Mode bei Peggy Sue Vintage oder den »Cocktail zur Lesung mit und ohne Beben« im Kulturkeller Höchst bis hin zum Salongespräch im Schlosshotel Kronberg war das Programm gewohnt vielfältig und gut besucht. Viele Menschen haben sich mehrere Veranstaltungen angeschaut. Lesung und Führung mit und ohne Autor am Taunus-Observatorium war dreimal ausverkauft – organisiert übrigens vom Verein LeseLust Königstein, der sich sehr erfolgreich zum ersten Mal bei Frankfurt liest ein Buch beteiligt hat.

Die Größe der Veranstaltungen variierte vom Lesekreis mit zwanzig Personen bis zum knapp 600 besucherstarken, ausverkauften Casals Forum der Kronberg Academy. Letztere war erstmals bei Frankfurt liest ein Buch dabei und feierte damit auch generell mit einer Literaturveranstaltung im eigenen Haus Premiere. Hier wie andernorts (u.a. im Frankfurter Salon) gab es eigens komponierte Musikstücke zu Nachbeben.

Von der Senioreninitiative, der Schul-AG oder dem Studierenden-Projekt über Musiker:innen und Schauspieler:innen reichte das Spektrum der Beteiligten bis zum Fachjournalisten und zum/ zur Wissenschaftler:in. Denn auch das ist Frankfurt liest ein Buch: ein Lesefest für alle.

Insgesamt haben am 16. Lesefestival vom 22. April bis 4. Mai 2025 bei 82 Veranstaltungen in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet – dieses Mal vermehrt im Vordertaunus – etwa 7.500 Besucher:innen teilgenommen. Dirk Kurbjuweit war bei 17 Veranstaltungen dabei, darunter vier in Schulen.

Das Buch

»Einmal mehr wurde mir bewusst, dass es das reine Glück nicht geben kann, dass es keine glatten Lebens­linien gibt, sondern dass sie von Aus­zackung zu Aus­zackung treiben, wie die Linien auf meinem Seismographen.«

Der alte Luis erforscht leidenschaftlich Erdbeben. Den ganzen Tag sitzt er am Seismographen der Erdbebenwarte auf dem Kleinen Feldberg im Taunus und wertet die Daten aus. Seine einzigen Nachbarn sind das Verwalterehepaar Konrad und Charlotte. Mit deren Sohn Lorenz, einem jungen Frankfurter Banker, verbindet Luis eine tiefe Freundschaft.

Als nach einem Beben im Rheinland eine verängstigte junge Frau in der Station anruft und Lorenz um Hilfe bittet, verliebt der sich in ihre Stimme. Noch in derselben Nacht fährt er zu ihr und trifft so seine spätere Frau. Zusammen ziehen Selma und Lorenz nach Kronberg. Geplant ist ein glänzendes Leben im Speckgürtel Frankfurts und Lorenz‘ Karriere bei der Bundesbank. In der Realität führt ein Netz aus Lügen, Geheimnissen, Fehltritten und -entscheidungen zu einem bemerkenswerten Abstieg.

Als Lorenz im Zuge der Euro-Einführung schließlich seinen Job verliert, hofft Luis, dass Lorenz auf den Feldberg zurückkehrt. Doch erst der plötzliche mysteriöse Tod von Konrad und Charlotte macht den Weg dafür frei.

Der Autor – Dirk Kurbjuweit

Dirk Kurbjuweit, geboren 1962 in Wiesbaden, verbrachte Teile seiner Kindheit im Vordertaunus auf dem Kleinen Feldberg. Er zählt zu den vielseitigsten und renommiertesten Autoren unserer Gegenwart. Als Zeit– und Spiegel-Reporter einer breiten Leserschaft bekannt, überzeugte er schon früh als Erzähler. Nach dem Debüt Die Einsamkeit der Krokodile (1995) wurden besonders die Novelle Zweier ohne (2001) und der Roman Angst (2013) von der Kritik gefeiert. Zuletzt sorgten der Roman Haarmann (2020) und die Erzählung Der Ausflug (2022) für ein breites Presse-Echo. Etliche seiner literarischen Erfolge dienten als Vorlage für Verfilmungen, Theaterstücke und Hörspiele.

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